Kangal - Balikli Kaplica ---- Ein Reisebericht
1. Über mich
Ich bin 35 Jahre alt und habe Psoriasis seit meinem 11.
Lebensjahr. Vor dem Urlaub waren etwa 30 Prozent der Hautoberfläche betroffen.
Ich habe in den letzten Jahren an der Sole - Photo Therapie in Bad Bentheim
teilgenommen. Leider hat die Heilung durch diese Therapie immer nur 3 bis
4 Monate angehalten. Deshalb habe ich mich, nachdem ich von der den Fischen in
Kangal gehört habe, für diesen Urlaub entschieden.
Jetzt, nachdem ich wieder hier bin, habe ich an keiner Stelle mehr die
klassische Psoriasis. Ich habe dort, wo sich vorher die Psoriasis befunden hat,
nur noch gerötete Haut, die sich aber genauso wie die gesunde übrige Haut
anfühlt.
Es bilden sich zur Zeit, eine Woche nach meinem letzten Bad, auch keine
Schuppen.
2. Die An- und
Abreise
Die Anreise erfolgte über Istanbul oder Ankara. Von dort ging
es dann am einfachsten per Flugzeug nach Sivas. Dieser Flughafen ist dann noch
gut 100 km von Kangal entfernt. Leider konnte ich nicht am gleichen Tag von
Istanbul nach Sivas fliegen, so dass ich eine Nacht in Istanbul verbringen
mußte. Am Flughafen wurde ich abgeholt und in ein sehr gutes Hotel gebracht.
Auch der Transfer zum Flughafen am nächsten Morgen funktionierte
reibungslos.
In Sivas selber wurde ich ebenfalls erwartet und nach etwa 1 3/4 Stunden war ich
in Kangal, im Balicli Kaplica Hotel.
Die Rückfahrt verlief ähnlich reibungslos, ebenfalls wieder mit einer
Übernachtung in Istanbul.
Wie
kann man eine solche Kur von Deutschland aus buchen?
Ich habe letzten Sommer die Reise über Fener-Reisen in
Hamburg gebucht. Gekostet hat mich diese Reise fast 4500 DM.
Ich habe längere Zeit auf die Firma Kangal-Tours hingewiesen.
Leider scheint es diese Firma mit ihrem sehr attraktiven Angebot nicht mehr zu
geben.
Deshalb wenden sie sich für eine Buchung bitte an die Firma
Fener Reisen.
3. Das Hotel
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Hier sieht man den
Eingangsbereich des Hotels. Das Hotel selber ist sehr einfach, aber wenn
man seine Ansprüche von Anfang an nicht allzu hoch stellt, kann man auch
nicht enttäuscht werden. |
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Zum Hotel gehört eine
schöne Vorhalle, in der ich immer gerne gesessen habe. Die Zimmer sind, wie man auf dem Bild sehen kann, sehr einfach eingerichtet. In
den Zimmern gibt es 2 Betten (auch in Einzelzimmern), einen Schrank, ein
Nachtschränkchen und einen Schreibtisch mit zwei Stühlen. Im
zugehörigen Badezimmer gibt es eine Toilette, eine Dusche und ein
Waschbecken. Das Wasser ist wie überall 37 Grad warm. Wärmer und kälter
gibt es nicht. Handtücher gibt es ebenfalls nicht. Dafür gibt es aber
mittlerweile Toilettenpapier. Wenn es alle ist, kann man auf Nachfrage
Neues bekommen. Die Putzfrau kommt üblicherweise nur wenn ein Gast
auszieht, aber wenn man ihr Bescheid sagt, putzt sie auch zwischendurch.
Von anderen Gästen habe ich erfahren, dass es auch funktioniert, wenn man
ihr sagt, dass sie doch bitte alle 2 Tage putzen soll.
Noch ein Tipp: Da die Wände sehr dünn sind, ist es sinnvoll Ohrstöpsel
mit zu bringen. |
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Der Mann im Bild links ist
Ismael. Er ist so etwas wie der Hotelmanager. Er spricht ein paar Worte
Englisch und kann einem bei allen Problemen helfen. Auch wenn man
Medikamente braucht, kann er sie einem besorgen. Im Bild rechts sieht man
Jussuf mit seiner Frau. Er ist der zweite Manager des Hotels. Zwar ist er
sehr freundlich, spricht aber nur türkisch. |
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4. Das Essen
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Zum Frühstück bekommt man Butter,
Marmelade, Honig, Frischkäse, Ziegenkäse, türkische Wurst, hart
gekochte Eier, Oliven und Tomaten. Dazu gibt es schwarzen Tee und Nescafe.
Wer lieber Früchtetee oder ähnliches mag, sollte sich Beutel von zuhause
mitbringen, da man auch heißes Wasser bekommen kann. Zu jeder Mahlzeit
gibt es nur eine Sorte Brot, eine Art Baguette. |
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Mittag- und Abendessen bestehen in Kangal in
der Regel aus drei verschiedenen Gerichten: alles eine Art
Eintöpfe. Auberginen mit Bohnen und Fleisch ist fast jeden Abend dabei.
Leider schmecken bei allen Eintöpfen die Saucen gleich, so dass man diese
sehr schnell leid wird. Dazu gibt es Reis. Suppe kann man ebenfalls
bekommen. Wenn man fragt, kann man sie auch vorher probieren und manchmal
ist sie wirklich nicht schlecht. Kebab vom Grill ist auch eine
Alternative. Dazu gibt es noch Unmengen an Tsatziki und einen Salat
bestehend aus Tomaten und Zwiebeln. Zum Nachtisch bekommt man häufig Obst:
Melonen, Pfirsiche oder Birnen. |
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5. Die Behandlung
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Von einer Behandlung kann man
eigentlich gar nicht sprechen, denn in Kangal verbringt man 8
Stunden am Tag in den Pools. Dort befinden sich 3 Sorten von
Fischen. Eine Sorte (Silberfische) klopfen die dicken Hautschichten
weich. Die anderen beiden Sorten Fische schaben die Schuppen von der Haut.
Die Fische machen laut Angaben der Leute in Kangal etwa 20 % der Heilung
aus. Wenn erst einmal die Schuppen ab sind (innerhalb der ersten Tage)
kommt das Heilwasser zur Wirkung. Dieses muss man trinken (3 Liter am Tag)
und natürlich auch darin baden. Es sorgt dafür, dass sich an den
Stellen, an denen sich die Psoriasis befindet, eine normale Haut
entwickelt. Später kann man dann noch in die Sonne gehen, um eine schöne
gleichmäßige Hautfarbe zu bekommen. |
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Es gibt verschiedene
Möglichkeiten zu baden. Zunächst einmal kann man einfach in den Fluss
gehen. Dieser ist allerdings nur über einen Zugang zu erreichen, und wie
man auf dem Photo sehen kann, häufig gnadenlos überfüllt. |
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Dann kann man in den Olympiapool
gehen. Dieser ist ab 6 Uhr Morgens geöffnet und für jedermann, also auch
für Menschen mit unterschiedlichsten Krankheiten, zugänglich.
Spätestens ab Mittag ist dieser sehr dreckig, obwohl jeden Abend das
Wasser abgelassen wird. |
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Für die eigentliche Behandlung
gibt es vier verschiedene Pools: zwei große und zwei kleine. Jeweils
einer der kleinen Pools war für die Männer, der andere für die Frauen
immer von 8 - 12 Uhr und von 14 - 18 Uhr geöffnet. Die beiden großen
Pools wurden immer abwechselnd für Männer oder für
Frauen geöffnet. Das Bild links zeigt den kleinen Außenpool, der
ständig für die Männer reserviert war. In ihm gibt es nur wenig Fische
und ist somit dann zu empfehlen, wenn man keine Schuppen mehr hat. Wenn man Wunden hat,
sind gerade die schlagenden Silberfische ganz versessen auf Wunden und schlagen solange auf die gleiche Stelle, bis
diese richtig blutet. Hier ist Schutz angesagt.
Die folgenden Bilder
zeigen einige Impressionen aus den beiden großen Pools.
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6. Sonstiges
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Sollte man auf die Idee kommen, nicht alleine
nach Kangal zu kommen, wie Massimo und Marie-Claire, die man auf dem Bild
sehen kann, so sollten, im Gegensatz zu diesem Ehepaar, beide unter
Psoriasis leiden. Massimo ist nur mitgekommen um seine Frau zu begleiten
und für ihn gab es in Kangal wirklich nichts zu tun. Wenn man dann nicht
genug zu lesen dabei hat, ist man verloren. Die Landschaft lädt auch
nicht gerade zu ausgedehnten Spaziergängen ein. |

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Zur Hotelanlage gehört noch ein
kleiner Shop. In diesem kann man Zigaretten, Getränke und Süßigkeiten
kaufen. Auch das Nötigste wie Pflaster und Aspirin ist hier zu haben.
Leider sind im Shop nur wenige Dinge mit einem Preis gekennzeichnet worden,
so dass nicht immer klar ersichtlich ist, ob der zu zahlende Preis auch
der richtige ist. |
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Auf der einen Seite ist es ja
schön, dass in Kangal etwas gegen Mücken getan wird, aber leider
funktioniert das nur auf Kosten der Gäste. Jeden Abend wird mit DDT
gesprüht. Im Hintergrund des Bildes sieht man den Mann mit der
Sprühkanone, wie er nahe am Teecafe vorbeigeht. |
7. Meine Tipps
- Neben all den Dingen, die man in jeden Urlaub mitnimmt,
sind sie folgenden Dinge sehr wichtig:
- Pflaster
- Vaseline
- Wäscheleine und Klammern
- Multivitamintabletten
- T-Shirt für den Pool
- Kappe für den Pool
- Ohrstöpsel
- Wenn man Wunden hat, sollte man diese sofort mit Pflastern
oder Tüchern vor den Fischen schützen. Wunden heilen gar nicht mehr, wenn
die Fische sie immer wieder öffnen können.
- Nicht mit dem Kopf unter Wasser gehen. Im Wasser befinden
sich viele Hautpartikel, die Infektionen verursachen.
- Vorsicht vor der Sonne. Ich habe an einem Tag im Schatten,
im Wasser einen Sonnenbrand bekommen.
- Auf gar keinen Fall alleine nach Kangal fahren. Die
Langeweile bringt einen um. Und jedes mal, wenn jemand vor einem wegfährt,
bricht es einem das Herz. Für den Fall, dass ihr niemanden habt, der
mitfährt, könnt ihr mich anmailen. Ich werde dann versuchen euch zusammen
zu führen. brinkko@t-online.de